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Deutsche Schachjugend |
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Unter wieder vielen Bewerbungen hatte die Jury der Deutschen Schachjugend auch in diesem Jahr auszuwählen. Der Bundesjury des Deutschen Sportbundes mußten drei Vereine vorgeschlagen werden, aus denen dann der Sieger der Sportart Schach ermittelt wird.
Die DSJ-Jury reichte folgenden Vorschlag an den DSB weiter:
Schachklub König Tegel 1949 e.V., Berlin
Schachclub Leipzig-Gohlis, Sachsen
Schachclub Turm Emsdetten e.V., Nordrhein-Westfalen
Alle drei Vereine vereinen in ihrer Jugendarbeit folgende Aspekte:
Leistungssportarbeit - Nachwuchsarbeit - Schulschach - allgemeine Jugendarbeit - Werbung, Öffentlichkeitsarbeit - Eigenverantwortung der Jugend.
Die ersten beiden Vereine haben in ihren Landesverbänden eine hervorgehobene Stellung, sie gehören zu den leistungsstarken Vereinen, wobei beide sich jeweils im Bereich der 1. und 2. Schachbundesliga bewegen. Der dritte Verein ist durch seine Jugendarbeit auf den Weg dorthin.
Die Jugendarbeit der Vereine steht auf dem Fundament der Schulschacharbeit, ein Modell und Konzept, das von der Deutschen Schachjugend an die Vereine herangetragen wird. Dabei wird immer deutlicher, daß sich die Vereine verstärkt um die Grundschularbeit kümmern, besonders deutlich wird dies in Leipzig, wobei Sachsen Vorreiter bei der Lehre des Schachspiels in jungen Altersgruppen ist.
Auf der Schulschacharbeit basiert das Jugendtraining bis hin zur Leistungsarbeit. In den Schulen werden die Grundlagen gelegt, langsam werden dann die Kinder und Jugendlichen in die Vereine übernommen und dort gruppenweise trainiert. Die Gruppen werden bei steigender Spielstärke jeweils kleiner und am Ende dieser Kette steht das Einzeltraining, an dem sich die jeweiligen Spitzenspieler der Vereine beteiligen. Dies ist ein systematisches Training, wie es nur in wenigen Vereinen zu finden ist. König Tegel besticht dabei durch den frühen Einsatz der eigenen Jugendlichen im Training.
Ergänzt wird das Training durch ständige Teilnahmen an den Meisterschaften im Mannschafts- wie im Einzelbereich. Hinzu kommen Turnierbesuche an Wochenenden, die Besten fahren auch zu einwöchigen offenen Turnieren.
In den Vereinen bemüht man sich aber nicht nur um die Leistungsspitze. Angebote wie Ausgleichssport (Fußball etc), jährliche Vereinsfahrten und Feste lockern das Vereinsleben auf und integrieren alle Kinder und Jugendlichen in den Verein.
Die Jugendarbeit wird unterstützt vom Gesamtverein. Die eigentliche Arbeit wird jedoch in den Vereinen koordiniert und organisiert durch beziehungsweise unter Mitwirkung der Jugendlichen. Am weitesten in diesem Bereich ist Turm Emsdetten, die einen eigenen Jugendvorstand mit eigenen Finanzmitteln eingerichtet haben, König Tegel arbeitet ähnlich, haben diese Arbeit aber noch nicht durch eine eigene Jugendordnung im Verein abgesichert, Leipzig Gohlis ist auf dem Weg zu einer eigenständigen Jugendarbeit.
Die Jury des Deutschen Sportbundes entschied sich unter den drei ausgewählten Vereinen für
König Tegel als Gewinner des Grünen Bandes 1998
König Tegel besticht mit seiner seit Jahren guten und erfolgreichen Jugendarbeit. Die Arbeit beginnt mit der Werbung in den Schulen. An mehreren Tagen in der Woche wird Training mit unterschiedlichen Trainingsgruppen angeboten. Früh werden vor allem die Spitzenspieler aus der Jugend in das Training eingebunden. Auf diese Weise entstehen Trainingsketten. Die Spitze wird von erfahrenen Spielern der ersten Mannschaft, zu meist im Einzeltraining, trainiert. Diese Jugendlichen geben das Wissen an die besten der jüngeren Jahrgänge weiter, auch hier zum Teil im Einzeltraining, zudem werden alle jüngeren Mitglieder in festen Trainingsgruppen betreut.
Der Erfolg dieser systematischen Talentfindung und Talentförderung wird belegt durch hervorragende Erfolge im Einzel wie im Mannschaftsbereich. Viele Vereine sind froh, wenn sie eine Mannschaft zur Deutschen Meisterschaft entsenden können. In den letzten beiden Jahren ist Tegel jedoch jeweils mit mehreren Mannschaften in den einzelnen Jahrgangsmeisterschaften vertreten gewesen, was besonders die Breite der Leistungsarbeit unterstreicht.
Tegel ist seit Jahren der dominierende Verein im Jugendbereich. Die Erfolge der Jugend setzen sich im Gesamtverein fort. Tegel spielt seit Jahren in der 2. Bundesliga und konnte sich sogar für ein Jahr in der ersten Bundesliga bewähren.
Der Verein - auch dies ist selten - kümmert sich gleichberechtigt um die Mädchen- und Jungenarbeit. Neben dem Leistungsangebot bemüht sich der Verein um eine gute Öffentlichkeitsarbeit im Bezirk Tegel und um eine abwechslungsreiche Breitenarbeit. Neben Schach wird den Jugendlichen ein buntes Programm über das Jahr verteilt angeboten.
Die Erfolgsstatistik weist als letzten großen Erfolg die Deutsche Meisterschaft der Vereine U13 im Jahre 1996 auf. 1997 konnte der Erfolg zwar nicht wiederholt werden, jedoch zwei dritte Plätze bei den Vereinen U13 und U15 unterstreicht wieder einmal die Breite der Arbeit.
Im Einzelbereich ragt Fabian Lipinsky heraus. Er ist die Nummer drei in Deutschland und erreichte 1997 zwei Normen zum Titel „Internationaler Meister“ des Weltverbandes FIDE. Im März diesen Jahres sicherte er sich die dritte und letzte Norm und bekommt nun in diesem Jahr den Titel von der FIDE verliehen. Fabian ist Mitglied im C-Kader des Deutschen Schachbundes.
Mehrere weitere Tegeler Jugendspieler sind in die Bundeskader der Deutschen Schachjugend aufgenommen worden.
Wir gehen davon aus, daß König Tegel auch weiterhin mit Erfolgen auf sich aufmerksam machen wird.
Die Jugendarbeit in allen drei ausgewählten Vereinen ist hervorragend und beispielgebend für die übrigen Vereine in Deutschland.
Jörg Schulz
Grünes Band der Dresdner BankAusschreibung für 1999
Die Dresdner Bank und der Deutsche Sportbund schreiben für 1999 wiederum das
„Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“
aus, das mit 10.000 DM dotiert ist.
Die Vereine bewerben sich bis zum 28.02.1999 in der Geschäftsstelle der Deutschen Schachjugend, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.
Die Bewerbungsunterlagen können ab Ende 1998 in der Geschäftsstelle der DSJ beziehungsweise in den Zweigstellen der Dresdner Bank abgefordert werden.
Die Bewerbungskriterien für das „Grüne Band der Dresdner Bank“ sind leistungssportlicher ausgelegt als in früheren Jahren und umfassen vier Komplexe:
- Talentsichtung
Wie werden Talente durch den Verein gesichtet? Welche Aktivitäten werden entwickelt, in Schulen, durch Schnupperangebote, durch Mach-mit-Angebote bei Festen? Gibt es besondere Sichtungskriterien?- Talentförderung
Hier ist das System zu beschreiben, nach dem im Verein die Talentförderung betrieben wird (Konzept). Gibt es einen altersgemäßen Trainingsaufbau für Kinder und Jugendliche, durch wen wird trainiert, gibt es spezielle Förderprogramme.- Leistungssportförderung
Hier sind die besonderen Merkmale der Leistungsförderung im Verein unter Berücksichtigung sportlicher (Zusammenarbeit mit Schulen, Stütztspunkten des Landes), sozialer und pädagogischer Aspekte aufzuführen.- Erfolge
Hier sind die Erfolge der Kinder und Jugendlichen des Vereines für 1998 auf nationaler und internationaler Ebene aufzulisten. Mitentscheidend sind aber auch die Erfolge der vergangenen drei bis fünf Jahre.Die Jury der Deutschen Schachjugend achtet ergänzend zu den oberen drei Hauptpunkten auf die Antworten folgender Fragen:
- Ob bei der Jugendarbeit neben dem Leistungssportgedanken auch die allgemeine Jugendarbeit (Freizeitangebote, „sich kümmern um die leistungsschwächeren Mitglieder“ etc.) beachtet wird,
- ob ein auf Langfristigkeit aufgebautes Konzept besteht, ob sich umfassend (alle Altersjahrgänge) mit der Jugendarbeit beschäftigt wird,
- inwieweit die Jugendlichen, um die sich der Verein kümmert, auch in den Verein eintreten (Mitgliederzahl).
Gewinner des „Grünen Bandes“ können sich kein zweites Mal bewerben.
Die Bewerbungsunterlagen beinhalten ein Bewerbungsformular. Es ist aber ratsam, wenn man dieses Formular durch einen Anhang ergänzt.
Unter allen Einsendern wird die DSJ eventuell zusätzlich Preise (bis zu drei) vergeben.
Jörg Schulz
Geschäftsführer DSJ
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