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Deutsche Schachjugend |
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Mädchen und Jungen sind gleich?! Unterschiede haben Folgen ...Unter diesem Motto hatte die Deutsche Sportjugend unlängst ihre Mitgliedsorganisationen zu einer Fachtagung eingeladen. Somit trafen sich am 29./30.10.1999 im hessischen Wetzlar ehrenamtliche Mitarbeiter der Sportjugenden und einfach nur Interessierte, die in der geschlechtsspezifischen Jugendarbeit im Sport aktiv sind oder es werden wollen. Die Deutsche Schachjugend war durch Michael Klyszcz vertreten, der sich um das Hamburger Frauen- und Mädchenschach kümmert. Als ehemaliger Mädchenschachreferent der Deutschen Schachjugend stellte er die Ergebnisse eines Workshops und seiner Arbeit dem fachkundigen Teilnehmerkreis vor.
Einige Leser werden sich wahrscheinlich spätestens jetzt fragen, warum sich die Deutsche Schachjugend überhaupt mit diesem Thema beschäftigt? Ein Blick in die aktuellen Mitgliederstatistiken verrät den brisanten Hintergrund: Lediglich 7% aller jugendlichen Schachspieler sind weiblichen Geschlechts. Damit ist Schach neben so klangvollen Sportarten wie Rudern, Boxen und Fußball eine echte Jungendomäne! Kein Grund um stolz zu sein, da andere Sportjugenden nicht nur mehr Mädchen erreichen, sondern diese auch langfristig für den Sport motivieren. Im Schach dagegen sinken die Mitgliedszahlen der Mädchen mit steigendem Alter kontinuierlich.
Mit geschlechtssensibler Jugendarbeit, jungenparteilichen Konzepten und emanzipatorischer Mädchenarbeit wirken viele Sportjugenden dem Trend entgegen. Die "Kategorie Geschlecht" ist so zu einem festen Bestandteil in der Ausbildung zu Jugendgruppenleitern geworden und viele Broschüren sowie Bücher zeugen von der Aktualität des Themas. Die Deutsche Schachjugend hat hier viel Nachholbedarf und konnte auf der Fachtagung wertvolle Anregungen und praktische Tips für die eigene Arbeit mitnehmen. Der berühmte Blick über den Tellerrand hilft hier vielleicht mehr, als man zugeben möchte. Bleibt abzuwarten, ob sich aus den Ideen in Zukunft umsetzbare Konzepte für die Schachvereine entwickeln lassen. Weitere Informationen zum Thema geschlechtsspezifische Jugendarbeit erhaltet ihr über die Deutsche Sportjugend (Katrin Rebbert 069/ 6700-335).
(Patrick Wiebe, Deutsche Sportjugend)
Es tut sich auch etwas in der Schachjugend. Wir verweisen auf den umfangreichen Bericht über den Schulschach- Cup in NRW, gekoppelt mit einem Mädchen- Erlebnistag in den Messehallen in Köln, nachzulesen in diesem JugendSchach.
Ein zuvor durchgeführtes Jugendsprecher- Seminar (Siehe DSJ-FORUM Nr. 8/99) bereitete den Mädchen- Erlebnistag vor und suchte nach Möglichkeiten, die Mädchen zu animieren, ihren Frust und ihre Lust auf Stellwänden der DSJ von der Seele zu schreiben. Dabei kam es zu interessanten Meinungsäußerungen:
- Warum dauert Schach so lange?
- Warum gibt es so komplizierte regeln?
- Macht Schach doch interessanter!
- Wir wollen mehr Angebote nur für Mädchen!
Es lohnt sich schon, die Meinungen direkt einzuholen. Besser als gestandene Funktionäre zu fragen! Nur darauf eingehen muß man dann auch, sonst verpufft das ganze sofort wieder!
Zudem produzierten die Jugendsprecher vielsagende und provokante Plakate mit Slogans zur Mädchensituation in der Schach Welt, hier einige Beispiele:
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Mädchen müssen Flagge zeigen, das ist die Parole!
Warum Euch verstecken?
Es gibt doch keinen Grund dafür:Die Dummen sind die Jungen!
16 Thesen zur Mitarbeit der Jugend in den VerbändenIn den DSJ - FOREN 4/98, 6/98, 2/99, 5/99, 7/99, 8/99 und 9/99 sind jeweils zwei Thesen zur Mitarbeit der Jugend in den Verbänden vorgestellt und gleichzeitig auf die Deutsche Schachjugend übertragen worden. Diese Thesen sind auf einer Diskussionsveranstaltung der Deutschen Sportjugend auf dem Bundesjugendtreffen 1997 in Dessau erarbeitet worden. Dieser Beitrag endet nun mit den letzten zwei Thesen.
Teil 8
15. Es ist nicht erforderlich, daß die während der Jugendversammlung gewählten Vertreter oder Vertreterinnen für den Vereinsvorstand von der Mitgliederversammlung bestätigt werden - es reicht aus, die Wahlergebnisse dort zur Kenntnis zu nehmen.
In den meisten Vereinen ist neben der Mitgliederversammlung die Jugendversammlung das zentrale Organ für die Kinder und Jugendlichen. Der Ablauf und das Wahlrecht sind in der Jugendordnung, die für die finanzielle Unterstützung seitens des Staates verpflichtend ist, geregelt. Da sich die Jugend selbst verwaltet, wird auf der Jugendversammlung ein Jugendausschuß gewählt. Stimmberechtigt sollten alle Kinder und Jugendlichen des Vereins sein, wobei man eine Grenze von zwölf Jahren für das aktive Wahlrecht einräumen kann. (Hier sind aber auch andere Regelungen denkbar.)
Auch für die vielen kleinen Jugendabteilungen in Schachvereinen lohnt sich die Wahl eines Jugendausschusses. Dieser kann sich aus dem Jugendwart, seinem Stellvertreter, den Jugendsprechern und den Jugendtrainern zusammensetzen. Außerdem kann der Jugendausschuß noch mit Vertretern für besondere Aufgaben erweitert werden. Der Jugendausschuß koordiniert die gesamte Jugendarbeit und vertritt die Interessen der Kinder und Jugendlichen im Gesamtverein. Er ist auch für die Verwaltung des Jahresetats zuständig (Eine gesetzliche Notwendigkeit!). Eine notwendige Bestätigung der Wahl des Jugendausschusses auf der Mitgliederversammlung würde die Jugendversammlung überflüssig machen und die Jugendlichen unnötig bevormunden.
Der Vorstand der Deutschen Schachjugend wird von der Jugendversammlung gewählt und von dem Bundeskongreß des Deutschen Schachbundes lediglich zur Kenntnis genommen. Der Vorsitzende der Schachjugend ist Mitglied im Präsidium des Deutschen Schachbundes und vertritt dort die Interessen der Kinder und Jugendlichen. Im erweiterten Präsidium hat der zweite Vorsitzender der Schachjugend ebenfalls Stimmrecht. Für das Funktionieren des Ge-samtverbandes ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Deutschen Schachjugend und des Deutschen Schachbundes unerläßlich.
16. Eine gelebte Vereinsdemokratie nutzt der Sportbewegung insgesamt, weil Sportvereine und -verbände auf diese Weise weniger anfällig für Erstarrungen und Verkrustungen werden und weil zeitgemäße Angebote und Strukturen leichter Eingang in den Verein finden.
In den Vereinen lernen Kinder und Jugendliche hautnah die demokratischen Prinzipien kennen. Im Gegensatz zur Politik betreffen die Entscheidungen die Kinder und Jugendlichen häufig unmittelbar und können von ihnen beeinflußt werden. Die demokratische Ordnung eines Vereins stellt somit ein wichtiges Lernfeld für Kinder und Jugendliche dar, damit sie später verantwortungsbewußt und eigenständig in unserer demokratisch organisierten Gesellschaft handeln können.
Die Schachvereine können eine wichtigen Beitrag zu der demokratischen Grunderziehung der Kinder und Jugendlichen leisten. Voraussetzung dafür sind demokratische Vereinsstrukturen und der Wille, Kinder und Jugendliche mitbestimmen zu lassen. Bewährte Instrumente in diesem Zusammenhang sind der Jugendausschuß, die Jugendversammlung und der Jugendetat. In vielen Schachvereinen sorgt die Jugendabteilung für den nötigen Nachwuchs an Vereinsmitgliedern und bringt neue Ideen und Schwung in das Vereinsleben.
Die Deutsche Schachjugend kann in den letzten Jahren auf eine sehr aktive Jugendsprecherarbeit zurückblicken. Die Jugendlichen haben auf den Seminaren zu fast allen wichtige Themenbereichen der Deutschen Schachjugend Stellung bezogen und mit viel Kreativität neue Lösungsansätze und Ideen eingebracht. Die Deutsche Schachjugend sollte an diesem Konzept festhalten, die Ideen der Jugendsprecher berücksichtigen und die Vorteile dieser Jugendsprecherarbeit gegenüber den Landesschachjugenden und Vereinen deutlich machen.
(Patrick Wiebe, Deutsche Sportjugend)
1. Jugendsprecherseminar 2000Getreu dem Motto von Patrick Wiebe, hinter dem auch der Vorstand der Deutschen Schachjugend steht, finden natürlich auch im Jahre 2000 (oder dem neuen Jahrzehnt, wie immer Ihr zählt!) Seminare für Jugendsprecher statt.
Das nächste Jugendsprecherseminar findet in NRW vom 11.-13. Februar 2000 statt!
Bitte vormerken, die Plätze sind begrenzt!Auf dem Seminar werden sich die Jugendsprecher mit dem Imageproblem vom Schach bei Jugendlichen beschäftigen. Daß man Fußballspieler ist, gibt man gerne zu, wer aber sagt, man sei Schachspieler? Gibt man das zu, gilt man als Langweiler, als Stubenhocker. Was kann man dagegen tun, wie kann man damit umgehen? Antworten auf diese Fragen, werden auf dem nächsten Seminar der Jugendsprecher gegeben.
Das dann folgenden Seminar findet im Frühjahr 2000 zusammen mit der Schützenjugend und der FKK-Jugend in Wiesbaden statt.
Und im Herbst wird es das dritte Seminar geben. Dort werden sich die Jugendsprecher mit der Erstellung von jugendgerechten Werbematerialien beschäftigen. (Siehe Seminar vom Februar 2000!)
Infos bei den Bundesjugendsprechern: Franziska Seel, Magdeburgstr. 11a, 65510 Idstein/Ts, Jan Pohl, Fritz-Schumacher-Allee 75, 22417 Hamburg.
Europäisches Jugendfest in BerlinBeim Feiern des zehnjährigen Jubiläums des Mauerfalls waren die Berliner nicht nur unter sich. Zehntausende waren zwischen dem 5. und 10. November in die Hauptstadt gereist, und auch die Deutsche Sportjugend, vertreten von der Sportjugend Berlin, war mit über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit dabei. Gekommen waren Gäste aus Frankreich, Großbritannien, Irland, Dänemark, Ungarn, Polen, Israel, Rußland und den Niederlanden; jeweils begleitet von ihren Partnergruppen aus Nordrhein- Westfalen, Niedersachsen, Sachsen- Anhalt, Brandenburg und Berlin. Aus den zum Thema "Wir bauen am europäischen Haus" veranstalteten Workshops am 8. November hatte die Deutsche Welle weltweit übertragen. Die Jugendlichen hatten u.a. die Möglichkeit, ein Maskenspiel zu erarbeiten und Theatersport und Improvisationstheater auszuprobieren, was nach Ansicht der Teilnehmer eine der spannendsten Aktionen des Jugendfests war.
Um den Veranstaltungen einen freien und kreativen Charakter zu geben, hatten die Organisatoren auf ein "dezentrales" Konzept gesetzt, bei dem jeder Kooperationspartner (Bundesjugendring, Bundesvereinigung kulturelle Jugendbildung, Senat der Stadt Berlin, Deutsche Sportjugend) für die Durchführung seiner Programmpunkte selbst verantwortlich war.
Deutsche Sportjugend im Big Tipi auf der ExpoDie Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. unterstützt mit ihren Erlösen aus dem Verkauf von Sonderpostwertzeichen die EXPO-Teilnahme der Deutschen Sportjugend mit 140.000 Mark. Das Geld wird für die Darstellung der Deutschen Sportjugend im Big Tipi verwendet, das ein übergroßes, aber fest installiertes Indianerzelt auf der Expo 2000 ist. Im Big Tipi wollen die in der Jugendplattform EXPO 2000 aktiven Organisationen der Jugendhilfe während der Weltausstellung ihre Arbeit anschaulich und visionär vorstellen. Die Deutsche Sportjugend wird als Teil der Jugendplattform mit rund 20 Mitgliedsorganisationen ein vierwöchiges Programm im Big Tipi gestalten. (Dabei sein wird auch im September 200 die Deutsche Schachjugend!) Dabei soll der Jugendsport auch in seinen sozialen und politischen Bezügen dargestellt werden. Außerdem sind schon jetzt attraktive sportliche Mitmachangebote geplant. Kontakt: rebbert@dsj.de
(dsj - Internetseiten)
Impressum DSJ-FORUMHerausgeber: Deutsche Schachjugend
http://Deutsche-Schachjugend.de/
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
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