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und Jugendturnier in Hallsberg (Schweden)
Open mit Trainingslager der DSJ
Im Februar hatte die DSJ nach Friedrichroda nach 1997 zum zweiten Male zu einem Trainingslager für die D/C- und besten Spieler der Förderkader eingeladen. Die Auswahl dafür zu treffen ist schwer, so blieben einige Spieler enttäuscht unberücksichtigt, aber das läßt sich im Grenzbereich nicht vermeiden.
Mit diesem einwöchigen intensiven Training und der Talentsichtung im März ist es der DSJ gelungen, den Kadern ein sehr gutes Trainingsangebot zu unterbreiten. Bewußt wurde das Training an den Anfang des Jahres gelegt, denn die Trainer waren angehalten, allen Schützlingen Hinweise und Anregungen für die Arbeit im bevorstehenden Jahr zu geben.
Beim Trainingslager in Friedrichroda wurden durch Heinz Rätsch und Jörg Schulz mit jedem Kaderspieler Einzelgespräche geführt. Für jeden wurde ein individuelles Jahresziel in Absprache mit den Jugendlichen festgelegt und ein dazu passender Turnierplan aufgestellt. Trainiert wurde in Gruppen zu vier, fünf Jugendlichen. Die Trainer waren vom Feinsten: Bundestrainer GM Uwe Bönsch, GM Thomas Pähtz, Bundeshonorartrainer Heinz Rätsch, IM René Stern und FM Friedmar Schirm.
Das der DSJ schon gut bekannte Euromill Hotel in Friedrichroda bot gerade mit dem Schwimmbad genug Abwechslung vom harten Training, leider jedoch zog ein Grippevirus seine Bahnen durch das Hotel und legte einige Trainer und Teilnehmer teilweise flach.
Dem Training vorweg gestellt wurde ein Open über 7 Runden mit Doppelrunden, also richtig eines zum Fordern der Jugendlichen. Aus zeitlichen Gründen konnten nicht alle Jugendlichen an dem Open teilnehmen und von den Teilnehmenden konnten nicht alle überzeugen, gutes Analyse- und Trainingsmaterial lieferten die Partien aber allemal. Wie es sich gehört, setzten sich die Trainer an die Spitze. Am auffälligsten agierte jedoch Leonid Kritz aus dem Saarland. Er ist zwar „nur“ im Förderkader, doch schnell wurde deutlich, daß er eigentlich in den D/C-Kader eingestuft gehört. Leider wußte man über ihn zuvor aber zu wenig!
Jörg Schulz
Tabelle des Opens mit den Spitzenplazierungen und allen Kaderergebnissen:
1. GM Thomas Pähtz 6,0 29,5 2. FM Friedmar Schirm 5,5 31,0 3. IM René Stern 5,5 30,5 4. FM Viktor Gasthofer 5,5 29,0 5. Leonid Kritz 5,5 27,5 6. Daniel Fuhrmann 5,5 26,0 11. Manuel Feige 5,0 20,5 14. Philipp Huber 4,5 26,0 18. Thomas Pähtz jun. 4,5 23,0 19. Olaf Wegener 4,5 22,0 21. Thomas Hänsel 4,5 20,5 26. Jörg Wegerle 4,0 22,5 31. Hannes Rau 4,0 21,0 38. Volker Seifert 3,5 23,0 38. Alexander Gasthofer 3,5 23,0 41. Ilja Zaragatski 3,5 21,0 47. Yuanne Rezai-Perdomo 3,0 26,0 48. Dimitri Boutko 3,0 24,5 52. Anna Bardacheva 3,0 22,5 64. Leonie Helm 2,5 22,5 66. Stefanie Schulte 2,5 21,0 bei insgesamt 85 TeilnehmernJugendturnier in Hallsberg (Schweden)
Mit Jan-Michael Sprenger fuhr zur Jahreswende 97/98 ein junger Nachwuchsspieler aus dem Förderkader zur Internationalen Jugendmeisterschaft Schwedens, die zum 33. Mal zur Austragung kam und damit eines der traditionsreichsten Jugendturniere in Europa ist.
Wie alle anderen vor ihm lobte er die guten Bedingungen und die gute Arbeit der Organisatoren. Die Schwedische Jugendmeisterschaft gehört zu den stärksten in Europa, da die Spitze gebildet wird von Spielern der baltischen Länder und weiterer ostreuropäischer Föderationen, ja und die Skandinavier sind ja auch nicht zu verachten.
Jan-Michael (NRW) mußte sich also mit seinen 15 Jahren nicht nur warm anziehen, weil die DSJ ihn zur Jahreswende hoch in den Norden schickte. Doch seht selbst, wie er seinen Turnierverlauf empfunden hat:
" In der ersten Runde traf ich mit Schwarz auf den gleichaltrigen Pontus Carlsson (Linköping, SWE 2100); die Partie war interessant, jedoch nicht ausgekämpft, denn wir einigten uns nach 17 Zügen in unklarer Stellung auf Remis.
Die Partie gegen Joel Akesson in der zweiten Runde (FIDE 2215, SWE 2271) würde ich nicht als sehr niveauvoll gespielt nennen, jedoch gab es einige interessante Stellungen, die ich in meiner Analyse näher unter die Lupe nehme.
Die dritte Runde bescherte mir Martin Almström (SWE 2113) als Gegner: Meine Vorbereitung (Königsindisch Klassisches System gegen 9. b4) war ein voller Erfolg, er griff in Theoriestellung zweimal fehl und erhielt eine trostlose Stellung. Der Vorteil ließ sich dann leicht verwerten.
Über die vierte Runde (Andrei Shishkov (EST), FIDE 2230) würde ich am liebsten den Mantel des Schweigens breiten, da ich diese Partie wirklich sehr, sehr schlecht spielte - daß mein Gegner in Gewinnstellung einen Doppel-Fragezeichen-Zug fand, entschuldigt mich nicht.
In der fünften Runde warf mir mein Gegner den Punkt förmlich nach:
Dagfinn Snarheim (NOR/2072) - Jan-Michael Sprenger (DSJ/2150)
1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 e6 6. g4 h6 7. h4 Sc6 8. Tg1 h5 9. gxh5 Sxh5 10. Lg5 Sf6 11. Le2 Db6!? 12. Sdb5!? a6 13. Sbxd6?? (13. Lxf6 gxf6 14. Sxd6+ Lxd6 15. Dxd6 Dxb2 16. Kd2 unklar) 13. - Lxd6 14. Dxd6 Dxb2 15. Kd2 Dxc3+! 16. Kxc3 Sxe4+ 0-1Ähnlich wie mein Gegner aus der 5. Runde spielte ich in der 6. Runde gegen Riku Molander (FIN, FIDE 2170) - eine Partie, in der ich glaubte auf Gewinn zu stehen, als es schon vorbei war und ich nach 20 Zügen aufgeben konnte.
In der siebten Runde riß ich mich noch einmal zusammen, und es gelang mir, gegen Simon Bekker-Jensen (DEN, FIDE 2305) in einer weitgehend ereignislosen Partie remis zu halten.
Die achte Runde (Graeme Nolan (SCO), FIDE 2055) wurde meine Schicksalspartie - durch eine Zugumstellung meines Gegners landete ich mit Schwarz ungeschickterweise in einem Drachen (wo ich gar nicht hinwollte) und mußte zusehen, wie mein Gegner, der die Theorie in- und auswendig kannte, alle meine Züge à tempo beantwortete, bis ich im 20. Zug und schon in starker Zeitnot fehlgriff. Da mein Gegner auch nicht das Beste spielte, hätte ich mich retten können, wenn ich nicht in einem totalen Blackout (30. Zug, 20 Sekunden!!!) ein zweizügiges Matt übersehen hätte.
In der Schlußrunde hatte ich Losglück - mein Gegner (Michael Backman, SWE 2070) leistete überhaupt keinen Widerstand, und wenn ich auch nicht unbedingt fehlerlos spielte, so gelang es mir doch, ihn in 20 Zügen zu überrennen.
Mit einer Gesamtpunktzahl von 4½ / 9 landete ich also im sicheren Mittelfeld, ein Ergebnis, das meines Erachtens gegen diese starke Gegnerschaft in Ordnung geht - dennoch ärgern mich zwei Dinge:
Mein schlechtes Spiel, keine einzige gut gespielte und gehaltvolle Partie, und die Tatsache, daß einige der Partien gegen die Schweden, die oft nur eine nationale Rating besitzen, nicht für die internationale Elozahl gewertet werden.
Dennoch glaube ich, daß mir das Turnier genützt hat: Zum einen brachte es sicherlich viel Spielpraxis mit sich, zum anderen konnte ich hier mein Eröffnungsrepertoire beträchtlich erweitern, was ich zum Teil meinem Zimmergenossen Simon Bohnenblust (CH) verdanke.
Das Turnier wurde nicht von den beiden FIDE-Meistern aus Rumänien und Weißrußland gewonnen, die beide mit einer Elozahl von über 2400 angereist kamen, sondern vielmehr vom Weißrussen Sergei Mihajlovskij mit einem halben Punkt Vorsprung."
(Nach einem Bericht von Jan-Michael Sprenger)
Internationale Jugendmeisterschaft Halsberg (9 Runden)
1. Sergei Mihajlovskij BLR 2240 6,5 2. Jurij Tihonov FM BLR 2415 6,0 3. Stefan Schneider SWE 2305 6,0 4. Andrei Florean FM ROM 2445 6,0 5. Pontus Carlsson SWE 6,0 6. Gediminas Sarakauskas LTU 2295 5,5 7. Neven Jakupovic BIH 2090 5,5 8. Andrei Shiskov EST 2230 5,5 9. Emanuel Berg SWE 2285 5,0 10. Somin Bekker-Jensen DEN 2305 5,0 11. Jan-Michael Sprenger DSJ 4,5
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